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Origineller Ansatz

Spiegel-online am 10.06.2007:

Frauen fordern Steuererleichterungen für Frauen

Zu erst einmal ist dieser Ansatz originell [...und schon deshalb logischerweise nicht durchführbar ? ... ]. Und selbstverständlich werden vornehmlich die Männer jetzt mehrheitlich dagegen sowie nach der vollen Ratififzierung aller "Emanzipationsvereinbarungen" rufen. Man(n) ist schließlich gern dafür, wenn "Sie" gefällst das so genannte Gleiche leisten soll, ungern aber dann, wenn "Sie" auch einen so genannten adäquaten Anteil an so genannten adäquaten Positionen erlangen will. "Du kannst das doch, Du bist doch emanzipiert" - welche "Sie" ist auf diesem zuschreibenden Motivationsglibber noch nicht ausgerutscht, dabei vergessend, dass BesagtER es dadurch nur einfach ein bißchen bequemer hat? Sind wir ehrlich (auch Sie, meine Herren)ist es nicht so:

Die berechtigten Forderungen einer "Nicht-Ungleichstellung" werden sauber umgedeutet in Überforderung, gut geeignet als Versteck für die eigene (männliche) Bequemlichkeit und die Besitzstandswahrung von emotionalen und emphatischen Ansprüchen, die unser BeliebigER schon längst selbst nicht mehr erfüllen wollte oder konnte. "Männerselbsterfahrungsforscher" resümierten ja schon in den vergangenen Jahren gemeinschaftlich über das kollektive Hinterherhinken des männlichen Geschlechts hinter dem weiblichen Emanzipationstempo. Der gemeine Frauenversteher in Tateinheit mit dem familiären Erfolgsmenschen wurde zum Pflichtprogramm erkoren und hernach -völlig berechtigt- als Überforderung beweint und verworfen.
Alles-sein-wollen ist nun einmal nicht gleichbedeutend mit alles-sein-können - auch dies sei klar formuliert- und schon überhaupt nicht mit alles-sein-müssen: Extremsportliche Männerversteherin mit businesslikem Familientouch? Fallschirmsprung vom Wickeltisch, das Controllerhandbuch unterm Arm, das Kochrezept im Hinterkopf und den Akkuschrauber in der Rechten während mutterkomplexversorgte Kindsköpfe bei der geringsten Anforderung unsere mangelnde Zuwendung bekritteln?" (aus 2002 - ist das nicht schön? passt immer]

Dass alles sind sozusagen "unwirtschaftliche" Bemerkungen. Aber, ganz volkswirtschaftlich betrachet, es ist die Verweigerung der Frau, sich das in der Theorie inexistent geredete, aber in Praxis durchaus vorhandene Dreifach- oder Doppelbelastungspaket "aufbuckeln" zu lassen, das dazu führt, dass die einfache Reproduktion der Bevölkerung heute hauptsächlich den zugewanderten Nationalitäten zukommt. Damit ist der Ansatz volkswirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich sinnvoll. Punkt.

Wenn auch nicht durchführbar.

Spiegel-Forums-Thread

ach und:

Ich schätze mal, dass inzwischen jeder Steuerbenachteiligungsangsthase verstanden hat, dass dieser Vorschlag nichts weiter sein kann denn eine gezielte Provokation, ein Diskussionsanstoss. Ein realistischer rechtlicher Ansatz ließe sich mit Sicherheit nur in Staaten finden, in welchen die Gleichstellung nicht bereits anderweitig gesetzlich geregelt ist.

ABER: Fakt ist, dass es besonders die so genannten leichteren, eben die (scheinbar) körperlich leichteren Tätigkeiten sind, die mehrheitlich von Frauen ausgeübt werden (siehe Beispiel Friseurinnen, "leichte" Bandarbeiten, Fleischwurstscheibenverteilerin etc.) und dass diese Tätigkeiten traditionell schlecht bezahlt sind. Ebenso wie die extrem "leichten" Tätigkeiten einer so genannten Raumpflegerin oder einer Servicekraft. ;O) - zu welchen sich ebenso traditionell ja schon mal kaum ein Mann herablässt, selbst im Falle höchster Arbeits(losigkeits)not. Im Prinzip sind dass, was Sie - sehr geehrte hier mehrheitlich vertretene Steuernachteilsbefürchter - hier vorrangig diskutieren:
die fast elitären Ängste um die simpelste Besitzstandswahrung.

Natürlich ist dieser "Vorschlag" der drie Damen erst einmal ausgesprochen unausgegoren. Er zeigt jedoch, dass diese und andere sozial bittere Ungleichverteilungen existieren und dass es richtig ist, darüber zu sprechen und sei es nur, um - von Fall zu Fall ein kleineres gemeinsames Übel zu finden. Selbst und gerade weil die Problematik eben einfach systemimmanent ist.

10.6.07 11:32

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